Ablauf einer Untersuchung in der Kernspintomographie

Wenn der Patient im Warteraum zur Untersuchung aufgerufen wird, wird er gebeten, alle magnetisierbaren und metallischen Gegenstände (Uhr, Schmuck, Stifte, Münzen,

Schlüssel, Handy, Scheckkarten, Parkkarte usw.) in einem abschließbaren Fach zu deponieren. Durch das starke Magnetfeld würden sonst Uhren und Scheckkarten beschädigt werden können. Metallische Gegenstände könnten mit hoher  Geschwindigkeit in den Magneten gezogen werden und Verletzungen oder  Beschädigungen verursachen.

Dann wird der Patient in die Umkleidekabine  geführt, wo er alle metallhaltigen Kleidungsstücke (Reißverschlüsse, Nieten, Gürtelschnallen, Hosenträger usw.) ablegen muß. Auch Hörgeräte, Zahnprothesen, Haarspangen oder -klammern und Piercings müssen jetzt entfernt werden. Erst dann darf der  Patient den Untersuchungsraum betreten.

Hier wird der Patient auf einer  Liege je nach dem zu untersuchenden Körperbereich gelagert. Je nach Art der Untersuchung wird häufig um das zu untersuchende Körperteil eine spezielle Spule ("Antenne") angebracht.
Bei manchen Untersuchungen muß auch eine intravenöse Verweilkanüle in einer Armvene angelegt werden, damit später Kontrastmittel  injiziert werden kann, ohne den Untersuchungsgang zu unterbrechen. Außerdem erhält der Patient entweder einen Kopfhörer oder Ohrstöpsel als Gehörschutz.

 

Jetzt wird der Patient mit der Liege in das  Untersuchungsgerät eingefahren. Der Patient liegt im Tunnel des Kernspintomographen, der auf beiden Seiten offen, gut belüftet und beleuchtet ist. Das zu untersuchende Organ muß sich hierbei in der Mitte des Tunnels befinden, um die nötige Bildqualität zu erzielen. Das führt dazu, daß außer bei  Untersuchungen des Fusses und Kniegelenkes der Körper des Patienten weitgehend innerhalb des Tunnels liegt.

Jede Untersuchung besteht aus mehreren Einzelmessungen (Meßsequenzen) mit unterschiedlichen Parametern, die insgesamt  dann eine Beurteilung der chemischen Zusammensetzung der Körpergewebe, ihrer  Form, ihrer Durchblutung und krankhafter Veränderungen ermöglichen.

Dauer einer Messung:

wenige Sekunden bis maximal ca. 8 - 10 min.

Dauer einer Untersuchung:

in der Regel 20 - 30 min, bei Spezialuntersuchungen bis zu ca. 45 min

 

 

 

Während der Aufnahme der Meßsequenzen entstehen durch schnelles Ein- und Ausschalten der sog. Gradientenspulen im MR-Gerät Geräusche, die je nach Sequenz von einem sonoren  Brummen bis zu lauten, rhythmischen Klopfgeräuschen reichen können. Außerdem kann es zu spürbaren Vibrationen kommen.

wav-Datei mp3-Datei Klangbeispiele
Dateigröße: 410 KB410KB Dateigröße: 56 KB  56KB "Ruhegeräusch" durch Kältekompressor
Dateigröße: 676 KB676KB Dateigröße: 369 KB369KB Spin-Echo-Sequenz
Dateigröße: 693 KB693KB Dateigröße: 378 KB378KB Gradienten-Echo-Sequenz
Dateigröße: 76 KB  76KB Dateigröße: 42 KB  42KB EPI-Sequenz (Echo-Planar-Imaging)

Wichtig ist, daß der Patient während der gesamten Untersuchungszeit still liegt, da sonst wie bei einer "Fotografie" mit langer Belichtungszeit Verwackelungen auftreten, die sich hier aufgrund des  komplizierten Bildgebungsverfahrens noch viel ungünstiger bemerkbar machen. Es könnte hierdurch zu einer Verlängerung der Untersuchungszeit durch Aufnahmewiederholung oder gar zu einer Einschränkung der Auswertbarkeit der  Untersuchung kommen.

 

Während der Untersuchung steht die durchführende Assistentin mit dem Patienten über eine Sprechanlage in Kontakt und kann ihn zusätzlich über eine Fernsehkamera beobachten. Der Patient hat außerdem eine  Notfallklingel in der Hand, über die er sich bemerkbar machen kann.

Nach der Untersuchung werden die Bilder berechnet und ausgedruckt, um dann die Befunde mit Ihnen - falls möglich - zu besprechen. Die Zeit für die Erstellung und Auswertung der Filmbilder, die Ihnen mitgegeben werden, wird in der Regel ca. 30 - 60 min beanspruchen. Rechnen Sie daher etwa mit 1,5 - 2 Stunden Dauer für die gesamte Untersuchung vom Betreten bis zum Verlassen der Praxis.